Solveigh in Latin-America

Thursday, December 28, 2006

Planung

Alles ist schon so, wie ich es mir immer geträumt habe: Wenn ich mein kleines Zimmer (klein aber sehr fein, mit "baño privado") verlasse und mich mitten im Herzen Tenas befinde sprechen mich schon immer Leute an: "Hallo Solveigh, wie geht´s...". Auch bekomme ich schon die ein oder anderen Aufträge. ZB sprach mich vor kurzem, als ich auf den Bus wartete ein Mann an, ob ich nicht eine Bedingungsanleitung für eines der Geräte, die er verkauft (Verstärker und son Kram) aus dem Englischen ins Deutsche übersetzen könne. Ich werde also nach den Ferien viel zu tun haben. Zumal, weil ich auch schon zwei Englischgruppen zusammen habe: eine ist das Technische Team des Kallari-Projektes, dem ich ja ursprunglich meine gesamte Zeit widmen wollte (bei den Nonnen habe ich allerdings freie Unterkunft und Verpflegung -darum bleibe ich) und auch die andere besteht aus erwachsenen Leuten, die ich bei verschiedenen Gelegenheiten kennengelernt habe. Auch würde ich gerne so ne Art Backkurse geben -vielleicht gibt es ja Hausfrauen, die sich für deutsche Rezepte interessieren :)
Habe ich schon erwähnt, dass sie mich tiefer in den Dschungel schicken? Bin schon sehr gespannt! Es handelt sich um eine Communidad namens Talac, wo es weder Telefon noch Internet noch sonst irgendwas gibt. Werde dort mit vier Nonnen und deren Kirche und Schule mitten im Wald leben (es gibt wohl einen Fluss). Die Kinder kommen von weit her. Ich gehe gerne, weils es dort wohl an viel mehr Hilfe bedarf als in Tena. Es gibt zB überhaupt keine Englischlehrer (während sie in Tena alles haben), dabei ist Englisch aber wichtig, weil die Kinder sonst nicht an die Weiterführende Schule gehen können... Bin seeeeehr gespannt wie das wird! Alles hängt von den vier Nonnen ab, schätze ich... Davon, wie ich mich mit ihnen verstehe und davon, wieviel Freiraum sie mir lassen. Auf jeden Fall gibt es stündlich Busse nach Tena...
Weitere Planung: Im Februar will ich nach Columbien, Quito und den Norden (dort gibt es weitere Lagunas und indigene Märkte) sowie die Küste (vielleicht auf dem Weg nach Peru? Werde das Land schliesslich noch 2x verlassen müssen) muss ich noch kennen lernen... Und natürlich habe ich vor, meine neue Heimat gründlich zu erkunden :)

Auf die Probe gestellt

-am 26. (als Weihnachten hier schon wieder vorbei war) erhielt meine Gastgeberin besuch von ihrer Schwester samt Familie, die ich schon am 24. in Ambato kennengelernt hatte und irgendwie kam diese auf die Idee mich ganz schön zu löchern. Auf ziemlich viele, mitunter ziemlich unverholene Fragen folgten Aufforderungen doch hier in Latacunga mit ihr und ihrer Schwester ein "soziales Projekt" aufzubauen. Felsenfest vertrat sie die Meinung, dass es den Leuten hier schlecht ginge (was stimmt) und das es noch keinerlei Projekte der sozialen Art hier gäbe (was Quatsch ist, weil es 100te gibt). Sie wollte also ziemlich genau von mir wissen, wie wir den vorgehen müssten (genauergesagt müssen), wer was zahlt und ob ich das nicht alles machen könnte. Was mich bei diesem Gespräch ziemlich gestört hat war ihre Ahnungslosigkeit und vor allem eigentliches Desinteresse (was sich schliesslich zB auch darin äusserte, dass sie einfach den Tisch verliess und mich mit ihrem Mann und ihren erwachsenen Töchtern allein weiter diskutieren liess...). Was ich aus diesem immerhin ziemlich langen Gespräch am Schluss mitnahm, war der Schluss, dass solches eigentlich möglich sein müsste (ich Tena aber wegen des für mich spannenderen Ambiente vorziehe -der Raum Ambato/Latacunga ist in der Hinsicht wirklich alles andere als spannend) und dass mein Spanisch schon ganz schön prüfungsreif geworden ist!!! (insgesammt weiss ich allerdings nicht, was die Dame damit bezwecken wollte...)
-Es gibt noch mehr Dinge hier, bei denen ich ganz schön standhaft sein muss. ZB, dass ich, egal wo ich mich auch aufhalte nie Ruhe habe. Ich kann mich auf keine Parkbank setzen, ohne dass mich jemand anquatscht (normalerweise Männer -unappetitlich oder nicht) -da hilft es auch nichts die Nase bis zum Anschlag in einem Buch zu vergraben. Genauso schlimm ist es natürlich während jeder Busfahrt (und da gibt es dann noch weniger Entkommen)... Heute, als ich zB ziemlich erschöft von meinem Markt-Besuch wieder nach Latacunga zurückkehrte und mich irgendwo hinsetzte (ich versuche schon immer alles, den Leuten auszuweichen), kam natürlich wieder gleich so ein Typ (von der unappetitlicheren Sorte) und quatscht mich an :( Ich hab versucht mich nicht-spanisch-sprechend zu stellen und liess ihn quatschen. Das ganze ist gar nicht so einfach, weil man mir inzwischen schon bei jedem "si" oder "no" anmerkt, dass ich mehr als diese zwei Wörter beherrsche... Jedenfalls wurde der dann immer wütender (und ich hatte echt keinen Bock auf gar nichts) und wandte sich an andere Passanten, um diesen zu eröffnen, dass er mich schon woanders hat Spanisch sprechen hören und dass ich mich jetzt weigere mit ihm zu sprechen, dass er das nicht verstehe etc. Oh mann. Und zu allem Überfluss kamen dann auch noch zwei siebzehnjährige Mädels, mich anzuquatschen und in meiner Geistesabwesenheit, hatte ich denen dann schon längst auf Spanisch geantwortet bevor ich mich des anderen, immer noch lamentierenden, Typen besann. Jedenfalls gab ich in diesem Moment mal wieder auf und verbrachte die nächsten 1 1/2h mit den 2 Mädels und beantwortete ihnen alle ihre 1000 Fragen... Ist ein bischen doof, dass ich jetzt oft schon aus Prinzip auf Abwehrposition gehe, ganz egal wer mich anspricht. Die positive Seite an diesem "Problem" ist natürlich, dass ich nie "allein" bin. Ich könnte auch jeden hier einfach anquatschen und er würde sich freuen. Und ständig erhalte ich Einladungen irgendwohin. Gestern zB schon wieder zwei nach Quito (und zwar stammt eine davon von einem ziemlich gutaussehenden Salsa-Lehrer). Wenn ich mir da Ecuadorianer in zB Deutschland vorstelle -oh mann, das sind wirklich nur ganz wenige und nur eine bestimmte Sorte Leute, die bei uns auf diese Weise Einladungen aussprechen...
-"Beschwerden" zum Thema Essen. Habe ich schon erwähnt, dass es während der mehr als drei Wochen, die ich bei den Santanas in Ambato verbracht habe genau einmal keinen Reis gab und in Tena bei 2 warmen Malzeiten täglich in mehr als zwei Wochen genau zweimal keinen Reis gab? (nur gut, dass mir Reis wirklich gut schmeckt!). Das selbe gilt für die ewige Suppe als erstes Hauptgericht (wofür es allerdings noch keine einzige Ausnahme gab, egal ob 35Grad tropische Hitze oder nicht). Wesentlich unangenehmer sind da die Hühner- oder Rinderbeine, die Regelmässig in der Suppe schwimmen. Das sind neben der Götterspeiseähnlichen Gelantine aber auch das einzige, was ich hier wirklich verschmähe.
-Transport: Wie ist das zu interpretieren, dass sich sämtliche Passagiere und der Busfahrer bei antritt jeder Busreise bekreuzigen?
-Pädergogik: Die grässlichen Plastikspielsachen, habe ich unten schon erwähnt. An dem (wie überall auch hier) schnell abgelegten Schrott, der sich im Regal des Kinderzimmers, in dem ich zZ schlafe stapelt, lassen sich die letzten Weihnachten und Geburtstage der Kinder abzählen. Ein anderes Erlebnis: Gestern war ich mal wieder im selbsternannten "Paradis Banos" in den Termalbädern "schwimmen" (was mir übrigends eigentlich echt gefällt -va die letzten zwei Male, als ich einmal morgends um vier dort war und einmal abends). Mein Gott - die Leute tummeln sich dort, dass man kaum durch kommt (vorzugsweise allesamt auf der Treppe!). Ausserdem kann hier scheinbar niemand schwimmen. Va die indigene Bevölkerung nicht. Sie halten ihre Kinder ins Wasser und schreien "strampel, strampel" und wenn sie trotzdem absaufen, schreien sie "strampel mehr". Oh man, mich hats echt gejuckt, denen mal zu zeigen wie das geht, aber ich wollte nicht die dumme Gringa sein, die alles besser kann...
-Qué mas? Vielleicht, dass ich zZ jeden Tag mindestens eine Stunde betenderweise mit den Nonnen in der Kirche verbringe? Aber eigentlich finde ich das bisher noch ganz interessant -eine interessante Erfahrung... Kann auch schon das Vaterunser und das Ave Maria auf Spanisch beten (fast so schnell wie die Nonnen ;p) -Oh mann, das ist wirklich eine interessante Erfahrung mal so eng mit Nonnen zusammen zu leben! Das ist echt wie im Film! Feindseligkeiten, Hänseleien, ein getuschel, bis alle die richtige Seite im Gebetsbuch gefunden haben. Böse Blicke, wenn manche was vergessen haben, oder das Buch immer noch nicht aufgeschlagen haben. Ein hin und her, ein raus und rein, unglaublich! Fast so unglaublich, wie die Geschwindigkeit, mit der sie den Rosenkranz runterrasseln (warum das 5x10 Gebete etc sind, konnte mir dann aber leider keiner (e) erklären...)
Wieder gilt: Das sind jetzt mal wieder alles Sticheleinen, aber ihr wisst ja: Ich geniesse meine Zeit hier und bin dankbar für jede einezelne Erfahrung!

Frohe Weihnachten

Hallo ihr Lieben, sry, das sind verspätete Weihnachtsgrüsse, aber erst hatten die da was geändert, sodass ich nicht mehr wusste, wie ich die Posts online kriege und dann war ich ziemlich beschäftigt...
Bin also der Einladung, die ich damals von einer Frau auf dem Weg nach Tena erhielt gefolgt und verbringe meine Weihnachtsferien in Latacunga, 1-2h südlich von Quito. (Hier gibt es viel zu sehen, heute habe ich einen der empfohlensten indigenen Märkte Ecuadors in einer nahen Stadt besucht; morgen möchte ich eine ebenso berühmte Laguna im Krater eines Vulkanes besuchen, am Tag drauf den National Park Cotopaxi und dann ist ja schon wieder feiern angesagt...).
Die ganze Vorweihnachtszeit war komisch. So ziemlich dieselbe Weihnachtsdeko wie bei uns (vielleicht ein bischen kitschiger), mit Plastikbäumen versteht sich (die mir aber nach einer gehörigen gewöhnungsphase fast perfekter vorkommen als unsere), den ganzen Tag dringen Weihnachtslieder durch die Strassen und es werden ständig Messen in den beiden Kirchen, zur Linken und zur Rechten meines kleinen Zimmers direkt am Platz, gehalten. Aber irgendwie kann bei mir beim besten Willen keine Weihnachtsstimmung aufkommen solange den ganzen Tag die Sonne aus dem Zenit auf den Tropenwald knallt....
Die Weihnachtsfeiern der Schulen und Kindergärten, bei denen die Weihnachtsbuben und -Mädchen in kursen roten Hosen und super knappen und schulterfreien Weihnachtsmann-Kleidchen rumrennen, machen es dann auch nicht unbedingt besser...
An Heiligabend, hier in Latacunga, war es dann dank eisiger Kälte hier in der Sierra (ich habe echt ganz Weihnachten lang gefrohren) etwas besser. Habe Weihnachten mit Jolanda und einem gehörigen Teil ihrer ziemlich grossen Familie gefeiert. Naja, jedes Kind erhielt zwischendrin (ohne, dass ich es zB irgendwie hätte mitgekriegt) irgendein Plastikgeschenk, wie es unpädergogischer nicht sein könnte, es dröhnen Raeggeton und Cumbias aus der CD-Spieler (so eine Mischung aus Hip Hop und Pop, die man hier einfach nicht los wird) und irgendwann, wenn das Essen fertig ist, wird ein riesiger Truthan aus Plastiktellern und mit einem Löffel in der Hand und einem Plastikbecher Cola dazu verspeist. (Natürlich fehlt die ewige Suppe vor dem "Segundo" auch an Weihnachten nicht. Aber der Truthan war wirklich wirklich lecker!!!! -dass mit dem Vegetarismus habe ich zwangsweise auf Eis legen müssen).
Die Messe: Wow, so ein Zirkus! Es fängt schon damit an, dass sämtliche Frauen und auch ziemlich viele Männer kleine, hässliche Christkind-Figuren, mehr oder weniger gross -häufiger gross- und mit pompöser Kleidung, die jährlich für unverhältnismässig viel Geld neu gekauft wird, auf dem Arm mit in die Messe tragen, auf dass letztere den priesterlichen Segen erhalten mögen und dann wieder mit nach hause getragen werden... (um ehrlich zu sein, weiss ich gar nicht, ob die Katoliken bei uns das Kind Jesus ebenfalls bis zu diesem Ausmass verehren!?). Ein weiterer Teil der Show ist dann der Keybord-Spieler (der hier aber vielleicht auch zu jeder Messe gehört), der in voller Lautstärke und mit drohnender Stimme die lieblichen Lieder "begleitet" -huii, ich hätte mir am liebsten die Ohren zu gehalten, dabei aber unschuldigst mitgesungen, soweit ich die Texte konnte.
Am krassesten aber empfand ich das Gedränge der Masse (die Kirche war gestopft voll -will heissen, auch im Gang und im hinteren Teil der Kirche war kein Platz mehr!) am Ende des Gottesdienstes, als es darum ging, den schon erwähnten Segen für das Plastik-Kind zu empfangen! Alles drängt und kloppt sich fast, während, der Priester geweihtes(?) Wasser mit Rosen über die Menge versprüht...
Wenn das jetzt zum Grossteil ziemlich abfällig klingt, ist das natürlich nicht so gemeint. Es sind einige der Beobachtungen (wegen derer ich ja hier bin), für die ich eigentlich sehr offen bin und die ich jetzt vielleicht im Verdruss nicht mein gewohntes Weihnachten gehabt zu haben etwas bitter klingen lasse.... So ist es aber natürlich nicht gemeint. Ich habe allen Respekt für das was die Leute hier (anders) machen!

Wednesday, December 13, 2006

endlich in Tena!!!!!!!

Muss mir jetzt einfach mal in einem viel zu langen Bericht meine Freude von der Seele schreiben (jetzt wo endlich alle Grosseltern Zugang zum World Wide Web haben, kann ich ja hoffen, dass ich diese Tagesbucheinträge nicht nur für mich und meine Mama schreibe :p)
Juhuuuuu!!!!!!!!!!!! Es geällt mir super hier!!!!! Würde so gerne alle, vor allem meine Liebe Familie und meine Lieben Grosseltern hierher einladen!!! Man setzte sich einfach in Quito in den Bus und bleibe immer schön darin sitzen (und harre der holpernden Strasse) bis man nach ca 6h Fahrt, während derer man sich wahrlich wundern kann, wohin es einen wohl jetzt schon wieder verschlage (es geht durch unglaubliche Landschaft, den Regenwald und es bieten sich einem Panoramablicke über den Urwald und seine Flüsse, wie man sie nur noch von wunderbarsten Bildern kennen kann) hoffentlich wohlbehalten und nicht (wie ich gestern) im hier täglichen strömenden Regen in Tena angelangt (ein Regenschirm wird wohl das erste sein, in das ich hier investieren muss). Heute morgen war dafür wunderbarstes Wetter. Sonnenschein und eine unglaubliche Sicht auf das umwerfende von tropischem Regenwald überzogene Bergpanorama, von dem die Stadt umgeben ist. Jetzt bin ich also glücklich von meiner ersten Erkundungstur zurück und habe sogar Internet für 1Dollar die Stunde gefunden (hatte damit gerechnet, dass das hier mitten im Nowhere ca 3x so teuer sei und ich euch nie mehr schreiben würde können...). Die Stadt ist wunderbar zu Fuss zu erobern (vielleicht so gross wie Reilingen damals), habe aber schon super Fahrräder für 75Dollar entdeckt und vermute, dass sich auch noch billerger finden lassen müssten :) Das wäre natürlich ein Traum und je nach Tätigkeit hier echt praktisch!!! Durch die Stadt fliessen zwei Flüsse und ich habe schon die romantischsten Stellen am Ufer entdeckt! Auch gibt es verschiedene Märkte und Plätze mit viiiiiiielen tropischen Früchten. Auch bin ich glücklich darüber, dass es hier so viele Touristen gibt. Das macht ein bischen, dass man nicht sich nicht so ganz fern ab von Gut und Böse (wie zB damals in El Alto in Bolivien) fühlt. Tena ist White-Waterrafting und Kayaking Hauptstadt von Ecuador und überall werden Touren in den Jungel, zu Hölen, Pflanzen und Tieren und vor allem indigenen Stämmen angeboten! Ich träume ja davon, Tour-Guides Englisch zu unterrichten und im Gegenzug an ihren Touren teilnehmen zu können!
Doch darf ich den Mund wirklich noch nicht zu voll nehmen. Würde super gerne hier bleiben. Bin bei einer "Mission Josefina" gelandet, wo ich in einem super Zimmer schlafen könnte (Mama, stell dir vor -ein bischen Abseits der Anlage, blitz blank, mit eigenm Bad und heisser Elektro-Dusche, Bett, Tisch, Stuhl, Nachtschrank und genügend Ablage!!!!! Super hell mit 2 Fenstern mit super toll hellem Licht und sogar Ventilator!!! Das könnte wirklich kaum besser sein!) und 3x täglich super Essen bekommen könnte. Würde ausserdem nur Vormittags in Kindergarten und Schule unterrichten und wäre Nachmittags FREI!!!!!! Was mir Zeit liesse mich noch bei Kallari (am anderen Ende der Stadt) zu engagieren (habe schon mit ihnen gesprochen) und all die anderen Ideen und Träume, die mich nachts nicht schlafen lassen zu verwirklichen. (Von wegen Nachts nicht schlafen: Habe schon die ersten Mückenstiche aber die Viehcher stören sonst bisher nicht weiter). Heute Abend wird die Obernonne aus Quito zurückkommen. Dann werden wir sehen. Kann eben sein, dass sie mich hier nicht brauchen können weil sie schon alle Lehrer haben (das Schuljahr wird im Juni/Juli enden, jetzt sind grad Examen), uU würden sie mich dann irgendwo anders hinschicken (was ich nur mässig gut fände, weil ich vermutlich eingeschränkter in meinen Möglichkeiten wäre). Genauso könnte ich mich von Kallari in eine Kommunity im Wald schicken lassen, wo ebenfalls Englisch unterrichten könnte aber vermutlich recht viel Geld für Unterkunft und Verpflegung bezahlen müsste. Genial wäre, wenn ich bei den Schwestern schlafen und vormittags arbeiten könnte und mich Nachmittags an bestimmten Tagen bei Kallari behilflich machen könnte, was mir vielleicht später erlauben würde, ihre verschiedenen Projekte kennenzulernen und vielleicht wenigstens für einige Zeit in einem ihrer Dörfer wohnen könnte.
Hoffe allerdings, dass das mit den Nonnen hier nicht so wird wie mit denen in El Alto. Muss da ständig an die arme Barbara denken, die so mit allen anderen unter dem Regiment der Nonnen dort leidet. Das könnte natürlich leicht passieren. Der Priester mit dem ich gestern gesprochen habe war schon ziemlich knittrig und alles andere als relaxed (das gute ist, dass ich wegen meiner 90Tage Touristenvisa einfach weg gehen werde müssen, aber auch da können sie natürlich fordern, dass ich nach 31/2 Tagen wieder da bin...). Hoffentlich wollen sie zB auch nicht, dass ich jeden Tag um 4.30am an den Gebeten etc teilnehme! Also, viel entscheidet sich heute Abend. Kann ziemlich gut und ziemlich schief laufen. Es kann sich noch viel ergeben. Wenn sie mich nur dabehielten!
Ps: Gestern im Bus habe ich eine super nette Frau kennengelernt, die in einer Stadt etwas nördlicher als Ambato, aber südlicher als Quito wohnt und die mir herzlich eingeladen hat mit ihr und ihrer (wohl grossen) Familie Silvester zu feiern! Das wäre toll. Sie meinte auch schon sie würde mir den Nationalpark Cotopaxi (Name des grössten Berges hier) und die vielen sehenswerten Dörfer in der Umgebung zeigen :)))) Freue mich schon riesig! (Allerdings ginge dann am 2. Januar auch die Schule schon wieder los).
Ps: Ein Problem ist natürlich auch immer noch mein Rücken. Der Tag gestern war eindeutig ziemlich anstrengend und ich habe irgendwie nicht das Gefühl, dass ich in 2 Tagen wieder gerade laufe (allerdings würde ich das doch auch nicht, wenn ich jetzt nach hause käme, oder???). Es gibt hier allerdings ein Krankenhaus sozusagen über die Strasse, die werden ja auch Physio-Therapeuten haben, oder?
Ps: Lol, hatte bisher eigentlich nur mit der Schulleiterin(?) und der Kindergartenleiterin zu tun. Die Kindergarten-Nonne war begeistert von der Idee, dass ich ein paar neue Ideen ins Haus bringen könnte, während die Schul-Nonne mit einer "Voluntaria" wohl nicht so ganz viel anfangen kann. Mit Englisch scheint sie mich nicht so unbedingt auf ihre Schulkinder loslassen zu wollen (ihr wäre es wohl lieber, dass ich im Kindergarten Englisch unterrichte. Da habe ich zwar nicht so viel Lust zu, ist hier aber so üblich und wenn ich dafür hier wohnen darf soll mir das Recht sein). Jedenfalls meinte sie zu mir, ob ich nicht Religion unterrichten könnte!!!!!!! Nachdem ich 3x nein gesagt hatte, sie mich aber immer noch so eindringlich ansah, meinte ich eben zögernd, dass ich das wohl machen könnte, wenn sie Material zur Vorbereitung hätten... Also es kann noch viel kommen... Jedenfalls scheinen sie vollstes Vertrauen in mein Spanisch zu haben. Habe auch ein echtes "Respekt" von dem alten Priester hier bekommen (der übrigends einige Jahre in DLand gewohnt hat, so dass mir meine Nationalität wohl ein Plus bei ihm verschaffte ;p -er war ja alles andere als Begeistert, dass ich hier einfach so ganz ohne Ankündigung antanze...)
Das solls dann wohl erstmal gewesen sein. Alles alles Liebe und drückt mir ein bischen die Daumen, eure Solveigh (bei euch ist es wahrschienlich ziemlich viel dunkel, oder? Hier ist es richtig schön tropisch-heiss! Habe ich schon erwähnt, dass ich heute morgen von lieblichstem tropischen Vogelgezwitscher geweckt wurde???)

Fliessbandarbeit in einer Schuhfabrik!

Es bot sich mir die Gelegenheit, meine Arbeitserfahrungen mal wieder um eine beträchtliche zu erweitern! Die Familie, bei der ich wärend meiner Behinderung bleiben durfte hat eine Schuhfabrik (nebst einer Brauerei), die jetzt in der Vorweihnachtszeit auf Hochturen Läuft, sodass sie etwas Hilfe sehr gut brauchen konnten und ich einige Tage mitgearbeitet habe. Wow, war schon spannend mal in so einer Fabrik mitzuarbeiten, in all dem Lärm und vor allem in all dem Gestank nach giftigen Klebstoffen, von dem man immer lieszt, lieszt man über die ungeheueren Arbeitsbedingungen, denen die Arbeiter vor allem in Drittwelt-Ländern ausgesetzt sind... Musste, während ich hunderte von Schuhkartongs zusammen baute, oder jeweils 24 winzige Bändchen an 40 Paar Kindersandalen knotete an die ersten Tage unseres Workcamps in Brasilien denken, wo wir ganze Vormittage damit verbrachten mitten in Sao Paulo unter der sengenden Sonne auf der roten Erde knieten und diese von winzigen Steinen und sonstigem befreiten. Ist schon eine komische Sache, so eine monotone Arbeit zu verrichten. Aber irgendwie auch angenehm: Man ist beschäftigt, muss nichts bedenken, kann in Ruhe in Gedanken schwelgen und trägt keinerlei Verantwortung...

5Tage Krankenhaus

Uff, bin ich froh, dass das vorbei ist!!!! Das erste Mal im Krankenhaus und das ausgerechnet in Ecuador... Hatte doch schon seit Lima diese blöden Rückenschmerzen, die einfach nicht weggehen wollten. Nachdem sich die erste Diagnose also nach 3Tagen vergeblicher Bettruheund einer sauteuren Magnet-Dings-Radiografia in so einer schrecklichen Röhre als falsch erwiesen hatte wurde ich ich direkt in der Klinik behalten und hing die nächsten 5 Tage am Tropf :((( Für mich der Horror. Wo ich doch schon in Deutschland 2x beim Blutabnehmen in Ohnmacht gefallen bin... Die neue Diagnose lautete also ziemlich üble Infektion der Wirbelsäule, deren Ursache vielleicht schon 10Jahre zurückliegen könnte und sehr gefährlich ist, weil sie sich leicht auf die gesamte Wirbelsäule ausbreiten könnte. Naja, auch die anschliessenden 10 Tage absolute Bettruhe habe ich schon hinter mir. Allerdings nehme ich noch immer Antibiotika und anderes Zeug und laufe leider trotz Physio-Theraphie immer noch nicht wieder gerade -habe ziemliche Angst, dass das so bleiben könnte!