Solveigh in Latin-America

Tuesday, January 30, 2007

Alltag

-während meiner Reise war die Aussicht endlich wieder einen "Alltag" zu haben immer einer der Vorteile, die ich in meinem bevorstehenden Voluntariat sah. Nun habe ich diesen.
-Abends, wenn ich nach dem Abendessen, auf den Steinstufen vor "meiner Hütte" lesenderweise, die oft sehr angenehmen Abende der Tropen geniesse (Juhu, endlich lese ich wieder!!!! Haben hier eine Bibliothek, sie ist klein, aber ich werde es trotzdem nicht schaffen alle Bücher zu lesen. Habe sogar ein paar tolle Bücher auf Englisch gefunden. Es wird ewig ein Rätsel bleiben, wo die mal herkamen...), kommen die Kröten raus und hopsen in Richtung Fluss.
-Habe inzwischen einige traumhafte Badestellen entdeckt. Besser: mir diese von den Kids hier zeigen lassen... Oft sprechen mich irgendwelche Erwachsene zB nach der Misa an und so entstehen irgendwelche Verabredungen. Es scheint, dass ich in Zukunft kein Wochenende ohne Exkursion mehr verbringen werde.
-Das Wetter ist derzeit super wechselhaft. Entweder es regnet die ganze Woche, so dass die Wäsche tagelang nicht trocknet, oder es hat eine Hitze, dass die Kinder nach der Schule, statt nach hause zu gehen, erstmal in den Fluss springen. Ein herrliches Bild, dass mich immer an die "Indianergeschichten von Früher" erinnert.
-habe die bestriechendsten Blüten meines Lebens entdeckt. :)
-time's up: bald mehr xxx

Friday, January 19, 2007

mehr vom Leben hier

Sollte vorweg nehmen, dass sich mein "Arbeitsplatz" in einem herrlichen Umfeld mit 1000 geheimnisvollen Pflanzen und Blumen befindet. Nichtsdestotrotz gab es aber in den letzten Tagen einige kleinere und grössere Abendteuer mit diesem "Paradies".
-zB vorgestern Nacht als wir eine riesige, ca 1,40 lange, und fette Schlage, die sich in eines der Klassenzimmer geschlichen hatte erlegen mussten. Ich habe noch nie so ein Spektakel erlebt. Die Viehcher sind ja so was von Aggressiv -von wegen Abhauen: Als Nonne Anita anfing mit einer Holzlatte auf das Tier einzuschlagen (es hing so am Fenster herum, kann das nicht so genau beschreiben), hat es sich aufgebäumt und das Maul aufgerissen auf eine Art und Weise, für die ich Schlangen gar nicht fähig gehalten hätte. An diesem Abend hatte ich das Gefühl, ich sei so langsam an dem Punkt meine Naivität zu verlieren -hier in Flip-flops und va Nachts rumzulaufen scheint echt gefährlich. Zumal ich zum Schauspiel gleich die passenden Stories, von der Adoptivtochter und was-weiss-ich wem alles, die an Schlangenbissen gestorben sind, geliefert bekam. Besonders toll war dann, als mir die Kinder am nächsten Tag (als ich gerade im Begriff war, ihnen an Hand meiner "Schlangen-Karteikarte" das Wort Serpent für Schlange beizubringen) ganz aufgeregt berichteten, dass sie schon wieder eine Schlange im Klassenzimmer erlegen mussten. Meine Güte -seither bin ich immer versucht erstmal unters Bett, in den Schrank und in jede Ecke, eingelschlossen die an der Zimmerdecke, zu sehen. Unvorstellbar, wenn sich die Viehcher über Nacht in diese Fächer unter den Schulbänken verkrümeln und morgends die Kinder kommen (anscheinend ist das auch schon mal passiert)...
-Ein bischen konkreter sind die Nerven und Schmerzen die mich die (zum Glück lautlosen) Moskitos hier kosten. Meine Beine sind inzwischen zerkrazt wie in meinem ganzen Leben nicht. Seit 2 Tagen schlafe ich mit langer Hose...
-Ab und zu gibts auch mal Kakalaken (so richtig schön gross und richtig schön schwarz). Seit nun mehr als einer Woche steckt zB eines dieser Exemplare kopfüber in meinem Waschbecken und zappelt. (Habe versucht es rauszuziehen, sogar es umzubringen -aber irgendwie hat Nichtsdergleichen funktioniert -jetzt werde ich sehen, wie sich das entwickelt. Es kann ja nicht ewig so weiterleben...)
-Etwas erfreulicher: Von meinem Fenster aus kann ich oft kleine und grössere Vögel beobachten: welche mit gelber Brust, pechschwarze, die komische Geräusche machen und es gibt viele Kolibris. Vor einer Woche habe ich ausserdem am Rande Tenas einen riesigen gelb-blauen Ara, wie ich sie im Pantanal Brasiliens einige Male gesehen habe von weitem auf einem hohen Gebäude sitzen sehen und gerade auf der Busfahrt hierher nach Tena habe ich meinen ersten Affen gesenen. Einen ziemlich grossen sogar, er sass mitten auf einem dieser überdachten Sportplätze und kratzte sich...
-Als ich gestern eine meiner 2 wöchentlichen Nachmittags-Stunden Englisch halten wollte platschte ein Regenguss vom Himmel, dass ich mein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte und am Ende echt eine halbe Stunde warten musste, bis sich das Wetter einigermassen beruhigt hatte. Abends fing das dann nochmal an, da kommen dann weisse Sturzbäche die Regenrinnen runter...
-Es ist unglaublich wie viel ich hier schlafe: von 8:20 abends bis 6:20 morgends, also satte 10h Nachts (wärend welcher ich aber meistens 2x aufwache). Dazu kommen nochmal 1-2h tagsüber, wärend welcher ich teilweise richtig fest schlafe. Hoffe, dass das Ganze nicht etwa eine faule Angewohnheit geworden ist sondern, dass ich diesen Schlaf aus irgendwelchen Gründen (Klima, Arbeit?) wirklich brauche. Weiss überhaupt nicht mehr, wie ich das damals gemacht habe: Um 23.30 ins Bett gehen und am nächsten Morgen wieder raus... (habe immer noch kein Licht, sprich ab 6 ist es dunkel.)
-die Dusche funktioniert auch noch nicht wieder, sprich ich wasche mich tatsächlich seit 2Wochen 2x täglich im Fluss. Inkl. Haarewaschen etc.
-gestern zogen ein paar Jungs am Nachmittag eine Handvoll Fische und mittelgrosser Flusskrebse aus der Hosentasche, die sie nach der Schule im Fluss gefangen hatten :)
-Ah: Hätte fast die untertassen-grosse Spinne vergessen, die mir in der ersten Woche über die Tafel (zum Glück haben sie jetzt White-Bords, die herkömmlichen Tafeln sind bei dem Klima hier ein Krampf) gekrabbelt ist. Eine von der hellbraunen, richtig haarigen Sorte -keine Ahnung, ob das jetzt ne Vogelspinne war, oder was. Hatte sogar Zeit einen Pfeil dranzumalen und "Spider" dranzuschreiben. Dann kam die ganze Klasse (meine lieben Drittklässler) angerannt und hat sie erfolgreich nach draussen verscheucht...
-Kann nur Freitags, wenn ich in Tena bin meine Mails checken und am Blog schreiben...
xxxxxxxxxxxx und viele Grüsse an euch alle, eure Solveigh

Friday, January 12, 2007

"Communidad"

This post shall be dedicated to my dear friend Ela who I finally (after more than half a year of silence) got in touch with again :)))))))) Dear Ela, I love you very much!!!!!
Very well, I realized that I've been using this word "Communidad" in order to describe my "place of residence". However, I presume this wouldn't help you to really get an idea of this remote place I ended up in... The reason I've been using this word is that I didn't really know myself what was awaiting me. Well, what does "living in one of these tiny Communidades in the Jungle" mean then? It means no telephone, no Internet, no shops, no nothing. It is one of the many communidades you would pass travelling from one place to the other in Ecuador. At times you can make out a small school (no more than a building but often made of stone) or a small church. Quite often there would be a small polyvalente basketball pitch or something with a roof to give it some shelter from the havy rain (very necessary! It does feel like someone pouring a bucket full of water over you). Our church is made of wood as is the little hut I'm sharing with the Lady working in the kitchen (the ancient hospital) but the inside is full of kitsch and colourful lights (of the kind we would barely use for christmas). The school (7 grades -one class per grade) and the colegio as well as the house of the nuns are made of stone. Moreover the nuns enjoy the luxury of having hot(!) showers which I'm allowed to use, too. However, the first time I arrived there was only cold water and when I yesterday after I'd spent some time in Quito giving one of the nuns' sister a hand moving house, there was no water at all which means, that I'm now bathing like everyone else in the river... In the same way I'm washing my clothes like everyone else in the river (I'd say this is the hardest thing for me living here -everyone including me is polluting this beautiful nature this way -daily! But it's not that there was a choice...). What else: Food, the chicken I had for lunch was the same chicken that I had been watching picking worms in the morning (btw: I gave up beeing a vegetarian -at least for the time being; there is simply no point...). Food is simple (but I'm very happy), bread that the Lady bakes every second day, for lunch some delicious soup with Yuka or or Green Banana (I wish there was Yuka in Germany!) and some simple segundo: rice and something else. In Tena we had meat twice a day but in Talag it seems to be like once a week (remember, there are no shops and we can't slaughter a chicken or dug everyday -we'd run out soon). Not a single one of the kids is anything near fat. Neither the adult people (El Alto, Bolivia was poor, too but somehow the women were all a little bit more than "big"). What else: all kids are always wearing uniform (in "my" school blue ones), all kids have black hair and everyone is very small -for me it's very hard at time to guess their age. Everyone is very eager to talk to me (can be very anoying at times...). My classes are going excellent. I have to afternoon classes a week in Talag and one more in Tena (the city I have to go to in order to use internet, telephone and the like, it's about 45 minutes by bus, 55cents each ride). Ohhhh Nature: I love it!!! When I wake up at around 6 in the morning (school starts at 7), I can watch the fog lifting itself from the forest. There are mountains covered in forest, we have coconuts bigger than footballs, oranges, and other citrus-fruits bigger than footballs, Yuka, bananas, papayas and much more that I can't name, including huge and beautiful flowers right behind the houses in "our garden" -I LOVE IT!!!!!!! Of course there are loads of beautiful places to visit around -I wanna start descovering them one by one, soon. There are beaches, caves, places to watch butterflies or birds early in the morning and so on. What else? I have electricity but rather often it doesn't work and I better had prepared my lessons before it gets dark which means before dinner at 6pm. There are 4nuns and one very old Italian priest who got here 56 years ago when they had to come here from Quito by mule -a many days- trip! He is more than 80 years old and all of his family already died. However every morning at 6 there is the misa -which I normally attend. He is a very very kind and somehow impressive man. Spending so much time praying and especially the many "Ave Marias" (come se dice Rosenkranz en ingles?) somehow makes you believe. Well, I'm very excited to get back to Europe and especially Germany to see what it's like through different eyes. And somehow I have the feeling of getting to know this continent better than I ever got to know my own... Gotta run, many things waiting, xxxxxxxx yours Solveigh

Monday, January 01, 2007

Familieneinblicke

(ich hatte tolle Ferien, bin heute am 1. Januar nach sehr kurzen zwei Stunden Schlaf glücklich nach Tena zurückgekehrt und werde mich morgen nach Talac, dieser kleinen Communidad mitten im Wald aufmachen). Meine Mama hat viele Fragen, und ich werd mal schauen wie weit ich mit dem Antworten komme... Eine war zB, wie das denn genau war bei dieser "Señora Yolanda"...
Ja, sehr interessant!!! Als ich diese Dame, damals auf dem Weg nach Tena, im Bus kennenlernte war sie voll überschwänglicher Herzlichkeit und insgesamt hatte ich eigentlich erwartet, dass mich alles mehr oder weniger an die Familie Santana aus Ambato erinnern würde (ich hatte verstanden, dass sie so eine Art Steinbruch haben von wo aus sie alles mögliche an Materialien exportieren würden und damit ungefähr so reich oder arm wie die Santanas wären -es stellte sich aber heraus, dass ihr Mann Bus- oder Lasterfahrer und nichts weiter ist) -wie falsch!
Ziemlich viel hat mich ziemlich geschockt, sodass dieser Besuch letztendlich ein ziemliches "Aha-Erlebnis", die ecuadorianischen Familienstrukturen betreffend war.
Eine der ersten "Kleinigkeiten" war zB, dass sie mir wärend dieser besagten Busfahrt mit strahlenden Augen das "Du" anbot und eine der ersten Dinge, die ich dann bei ihr zuhause wahrnahm war, dass sie von sämtlichen ihren Kindern aber gesietzt wird -ich bin dann bis zum Schluss beim "Du" geblieben, allerdings mit reichlich schlechtem Gefühl...
Shit, das Internet-Cafe schliesst, hoffentlich kann ich irgendwann mal weiterschreiben...
xxx und Frohes Neues Jahr!