Solveigh in Latin-America

Wednesday, August 06, 2008

Arbeit

n




























Es geht uns wunderbar. Die Arbeit geht langsam (the "African pace" eben) aber stetig. Das tolle ist, dass wirklich alle mitziehen. Gerade f:ur mich als Leiterin ist das enorm wichtig. Dass es allen Teilnehmern gut geht, steht f:ur mich an aller oberster Stelle. Es scheinen aber wirklich alle total gl:ucklich zu sein. Solches spiegeln Kommentare in den Stuhlkreisen und auch Gespr:ache, die ich :uberh:ore... Ich bin ganz hin und weg, dass "ich" ein so tolles Workcamp zu Stande gebracht habe! Allerdings: Die Zeit hier hat erst begonnen. Hoffentlich passieren wirklich keine Katastrophen.
Gestern hatte ich dasbez:uglich ein kleines Aha-Erlebnis: Einige Frauen aus der Nachbarschaft hatten mir erz:ahlt, dass gerade in unserer Strasse ein Mann erschossen worden w:are. Das habe ich nat:urlich sofort geglaubt und den Rest des Tages verbrachte ich halb gel:ahmt. Habe wirklich schon alle nach hause fahren sehen. Abends konnte ich dann zum Gl:uck mit Zoleka sprechen und wir sind sofort auf die Polizeistation gefahren (unglaublich, was da f:ur ein Betrieb war!). Bei der Gelegenheit hat sich dann herausgestellt, dass es sich nur um ein "armed robbery" handelte. Zum Gl:uck. Ich hoffe sehr, dass dieses Erlebnis das schlimmste bleibt aus diesen drei Wochen. Das Gespr:ach mit der Polizei-Chefin war am Ende sogar ganz interessant. Man hat einen Einblick bekommen davon, wie die Polizei hier arbeiten muss: T:aglich werden Statistiken gedruckt, die die Vorf:alle in den verschiedenen Vierteln darstellen und gegen die gleiche Zeit vor einem Jahr kontrastieren usw. Unglaublich. Alles sind wohlauf. Lg, Solveigh

Monday, August 04, 2008

S:udafrika

Keiner wird gauben, wie wunderbar toll es hier ist! Am Samstag sind wir von einer Gruppe von 30-40 S:udafrikanern am Flughafen in Empfang genommen worden: Mit einer unglaublichen Tanzauff:uhrung :uber fast eine Stunde. Wir waren sofort mitten in Afrika! Manenberg selber ist h:ochstspannend: Nicht unsicher und nicht sicher. Die Menschen sind super nett. Seid wir angekommen sind begleitet uns ihr L:acheln, ihre Freundschaft und ihre Musik. Es ist einfach wunderbar, hier zu sein und zu helfen. Gestern, nachdem auch die (fast) letzten eingetroffen waren ging es auf eine unglaubliche Tour an den Strand und hinterher in Kapstadts gr:osstes Shopping-Center, damit jeder noch seine Einkaufsw:unsche erf:ullen konnte. Heute war der erste Tag. Den Vormittag haben wir das ganze Grundst:uck ordentlich auf Vordermann gebracht, jetzt fehlt uns, wie erwartet, dies und das zum Weitermachen. Also wird's wohl nochmal in die Stadt oder an den Strand gehen. Es ist f:ur mich nicht einfach, gerade was das Geld betrifft, immer die Verantwortliche zu sein, aber ich f:uhle mich mehr als wohl! Bin heute sogar schon mit Zoleka's Auto durch Manenberg ged:ust ;p Muss schnell machen, gglg, Solveigh

Tuesday, March 04, 2008

3.3.08

Viallba, 3.3.08
ALLTAG

...Und schon wieder sind zwei Wochen vergangen ehe ich dazu komme etwas von meinem Alltag hier zu erzählen...

Zumal ich um einiges mehr arbeite als man das normalerweise machen würde (jeweils mehr als 50 Stunden die Woche), ist die Arbeit sehr anstrengend, dabei aber alles andere als eintönig. (Letzteres garantieren vor allem einige unter den Betreuten, die wirklich unberechenbar sind und durchschnittlich 5x wöchentlich regelrechte Katastrophen heraufbeschwören.)

Hier im „Hauptquartier“ leben sieben männliche und drei weibliche Betreute in fünf Zimmern, vier weitere übernachten im Haus eine Straßenecke weiter. Inzwischen kenne ich alle Namen und kann sogar Ángel-José, Àngel-Sereno, José-Ángel und die anderen mit José oder Ángel im Doppelnamen auseinander halten. Alle Macken kennen zu lernen war noch um einiges schwieriger! Zu Beginn schienen mir alle sehr friedlich und nett zu sein. Doch dann ging es los: Im morgendlichen Stuhlkreis beschimpft Ángel-Sereno eine Betreuerin als „Puta“ und ähnlich schlimmen und ein furchtbarere Ächtungsprozess ist die Folge. Es stellt sich heraus, dass Ángel-Sereno schon seit Wochen völlig durchdreht, weil einmal seine Mutter Krebskrank ist und weil zweitens meine Ankunft angekündigt worden war. Er fängt jedes Mal an zu spinnen, wenn er es mit einer neuen weiblichen Person zu tun bekommt. Inzwischen, nach dem ich ihm 1 Woche möglichst nicht zu Nahe kommen durfte, geht es besser.

Es gibt einige Kandidaten, mit denen man jeden Tag den gleichen Kampf durchläuft: Künstlich Zähne einsetzen und zu Tisch kommen. Sich während der Mahlzeiten, der Stuhlkreise und überhaupt allen gemeinsamen Aktivitäten ruhig verhalten. Aufs Klo gehen und sich die Schuhe anziehen.

Andere sind solche, die wie Ángel-Sereno völlig unberechenbar sind und unvorhersehbar explodieren. An meinem zweiten Tag ist z.B. José-Luis völlig ausgetickt und Tulio, einer der Betreuer musste ihn mit aller Kraft bändigen und ihn eine Stunde Lang hinter dem Haus im Polizeigriff halten. Gerade vor ein paar Tagen ist selbiger, ein ziemlich großer und starker Mann, wieder ausgerastet und hat Helena, einer ähnlich schwierigen Person 5 Mal mit aller Kraft auf den Schädel gehauen, weil diese ihn von ihrem Stammplatz runter haben wollte, auf dem er sich provozierenderweise niedergelassen hatte. Ich war die einzige Betreuerin, die dabei war und ich kann euch sagen: Ich hatte keine Lust dazwischen zu springen.

Helena hatte mir bereits früher (heute vor einer Woche) eine ähnlich eindrückliche Lektion erteilt: Weil ich darauf bestehen wollte, dass sie sich vor dem Brötchenbacken, nachdem sie den Hund mit den Fingern Fleischreste gefüttert hatte, die Hände waschen sollte, hat sie einen „Anfall“ bekommen, mich kreischend als deutsche Hure beschimpft und mir kreischend zu verstehen gegeben, dass mich hier keiner haben wolle.

Und weil solche Dinge wie gesagt dauernd passieren, habe ich sehr schnell einsehen müssen, dass man diese Leute in ihrer Mehrzahl wirklich nur mit Samthandschuhen anfassen darf. Der Aufwand, jeden an den Tisch, in die Werkstadt oder überhaupt durch den Tag zu bringen ist unsagbar. Für (fast) jeden einzelnen muss eine extra Show eingelegt werden. Man darf nicht ein falsches Wort sagen, nicht eine falsche Handbewegung machen, bloß keinen Stress schieben oder Druck ausüben, wenn man nicht will, dass einem gleich alles um die Ohren fliegt. Aber das allein reicht nicht: Man muss dabei ständig gut gelaunt sein, jeden herzen und knuddeln, Witze machen und den ganzen Tag tanzend und singend umherschwänzeln, damit sich bloß keiner genötigt fühlt und sich am Ende ganz aus freiem Willen an den gewünschten Zielort begibt.



Mein Arbeitsplan ist wie gesagt voller als erwünscht. Trotzdem bleibt mir dank kurzer Wege und weniger sonstiger Pflichten auch Zeit für anderes, das mich interessiert: Ich war inzwischen schon mehrmals in Madrid: Fünf Stunden Prado (Goya, Velázquez, Sorolla, El Greco und die anderen. Dank Spaniens Austausch mit den Niederlanden war auch einiges Wichtiges von Rubens, Rembrandt, Bosch, Van Dyck und Breughel u.a. dabei. Daneben auch Rafael und Tiziano), fünf Stunden Reina Sofia (die moderne Kunstsammlung, die z.Z. die riesige Picasso-Ausstellung aus Paris hier hat. @Mama: einige Werke waren dabei, die wir auch schon in Stuttgart damals gesehen haben). Auch habe ich schon einiges mit Gonzalo unternommen –der Student, den ich über den Hospitality-Club kontaktiert hatte: Er hat mir die ganze Universitäts-Stadt samt seiner Fakultät gezeigt, wir waren schon im Kino, abends in Madrid und ich will nicht wissen wie viele Kilometer, wir uns bei unseren Stadttouren in Villalba und Madrid erlaufen haben. Außerdem will er mir hier in der Umgebung noch einiges Zeigen.

Was mich ebenfalls sehr interessiert, sind die politischen Entwicklungen hier: Am 9.3. sind Wahlen und überall hängen Wahlplakate von entweder Zapatero („Schuster“ –er war die letzten vier Jahre im Amt) oder Rajoy. Die beiden haben sich außerdem am Montag eine im TV übertragene Debatte geliefert, die für mich sehr interessant war, weil sie mir einen Überblick über den innen- und außenpolitischen Stand der Dinge in Spanien verschafften. Ein großes Problem sind in der Tat die Einwanderer. Madrid und Villalba können sich kaum retten vor ihnen. Überall Latinos und Nordafrikaner. Bisher sympathisiere ich viel mehr mit Zapatero (auch wenn seine Ideen mit den Herkunftsländern der Immigranten zu kooperieren, um diese attraktiver zu machen wahrscheinlich besser klingen, als sie zu realisieren sind), heute Abend werde ich mir aber die zweite Debatte ansehen, wo vielleicht mehr von Rajoys politischen Programmen rüber kommen wird. Wir werden sehen.

Gerade komme ich vom nahe gelegenen Park zurück, in dem ich auch schon einige Male Joggen war. Es hat über 20 Grad und es lässt sich dort wunderbar lesen. Z.Z. bin ich mit Spaniens Literaturgeschichte, einigen von Carmen ausgeliehenen Psychologie-Wälzern und vor allem 100 Anyos de Soledad beschäftigt. Die Welt des letztern Wälzers (Columbiens Dschungel –juhu!) ist weit weg, und es kostet jedes Mal Kraft, den Schritt zwischen der hiesigen -hier im Taller- und der literarischen Welt vom Roman zu machen.

Mit meinen Mitarbeitern habe ich wie damals in Altenschlirf ein riesiges Glück: Ich verstehe mich wunderbar mit Nestor, Eleonora, Tulio, Nilda und Carmen. Dass wir bisher nicht noch mehr miteinander gemacht haben liegt vor allem an unseren Arbeitsplänen. Tulio und Eleonora (sie haben eine kleine Tochter hatten mich z.B. für gestern zum Essen eingeladen, weil sie ausnahmsweise Mal beide gleichzeitig frei hatten und da musste aber ich arbeiten. Nilda werde ich sicher einmal in Madrid besuchen und Carmen hat mich zu einem Ausflug in die umliegenden Berge eingeladen. Mit Nestor verstehe ich mich auch sehr gut, wir gehen regelmäßig zusammen zur Bibliothek, die ein echtes neues Goldstück für Villalba ist und heute Abend schauen wir endlich mal einen Film.

Auch Geld habe ich schon so einiges ausgegeben: Vor allem für Fahrkarten und Abendprogramm. Heute musste ich allerdings endgültig 50(!) Euro für ein neues Kabel für meinen Computer ausgeben. Thaddäus und Andreas werden mich wahrscheinlich auslachen, aber...

Meine „Chefs“ sind inzwischen aus Alicante eingetrudelt. Sie sind beeindruckende Personen und bei allen beliebt (gestern waren wir im Zirkus). Allerdings nimmt mich vor allem Ángel ganz schön ran (er ist der, der die Stundenpläne macht). Diese Woche werde ich gleich 2x nachts arbeiten und das ist scheinbar alles andere als vergnüglich. Auch ist der Kampf um die freie Woche vom 10.-17. zur Erkundung Kastiliens leider noch lange nicht gewonnen :( Dass Maria-José etwas von Bezahlung für meine Arbeit gesagt hat, freut mich zwar (damit könnte ich meine Ausgaben hier vielleicht ausgleichen), erschwert aber den Kampf um die Freizeit. (Es gibt einige historisch bedeutsame Städte gerade nördlich von Madrid, die teilweise wegen der längeren Anfahrt mehr als ein Tagesausflug bedeuten würden und außerdem möchte ich ja Luisa in Barcelona besuchen. Das Wichtigste bleibt für mich aber die besagte Woche vom 10.-17.)

Übrigens war ich am Sonntag war ich außerdem zum ersten Mal mit in der Messe. Das rief natürlich unglaublich viele Erinnerungen an Talag hervor. Ich kann überhaupt nicht glauben, dass das alles schon wieder ein ganzes Jahr her ist. Ziemlich genau sogar. Die lila Passionsfarben lassen mich das erkennen. Damals waren die Gottesdienste auf Spanisch Routine. Immerhin kann ich das Padrenuestro noch. Jetzt vor einem Jahr habe ich mich auf den Besuch von Papa in Ecuador gefreut und jetzt vor einem Jahr wusste ich noch nicht, ob ich Ecuador nach Norden oder nach Osten verlassen würde. An Ostern, dem wunderschönen Taufgottesdienst, war ich zum letzen Mal in Talag im Gottesdienst –mit Papa- und habe zum ersten und einzigen Mal vorne gestanden und das erste Evangelium (??) auf Spanisch (!) gelesen –Himmel, war ich aufgeregt.

Neben Erinnerungen finde ich auch viele Wörter wieder. Wörter, die ich damals beherrschte, über die Monate in Deutschland aber wieder verschütt gegangen sind. Leider ist mein sprachlicher Fortschritt um einiges langsamer als erhofft. Spanisch nach diesen 2Monaten deutlich besser zu können als bisher ist, das werde ich mir wohl oder übel eingestehen müssen, wohl leider Illusion.

Ich glaube, ich belasse es hierbei.
Es geht mir also gut,
Ganz viele liebe Grüße, Eure Solveigh

3.3.08

Viallba, 3.3.08
ALLTAG

...Und schon wieder sind zwei Wochen vergangen ehe ich dazu komme etwas von meinem Alltag hier zu erzählen...

Zumal ich um einiges mehr arbeite als man das normalerweise machen würde (jeweils mehr als 50 Stunden die Woche), ist die Arbeit sehr anstrengend, dabei aber alles andere als eintönig. (Letzteres garantieren vor allem einige unter den Betreuten, die wirklich unberechenbar sind und durchschnittlich 5x wöchentlich regelrechte Katastrophen heraufbeschwören.)

Hier im „Hauptquartier“ leben sieben männliche und drei weibliche Betreute in fünf Zimmern, vier weitere übernachten im Haus eine Straßenecke weiter. Inzwischen kenne ich alle Namen und kann sogar Ángel-José, Àngel-Sereno, José-Ángel und die anderen mit José oder Ángel im Doppelnamen auseinander halten. Alle Macken kennen zu lernen war noch um einiges schwieriger! Zu Beginn schienen mir alle sehr friedlich und nett zu sein. Doch dann ging es los: Im morgendlichen Stuhlkreis beschimpft Ángel-Sereno eine Betreuerin als „Puta“ und ähnlich schlimmen und ein furchtbarere Ächtungsprozess ist die Folge. Es stellt sich heraus, dass Ángel-Sereno schon seit Wochen völlig durchdreht, weil einmal seine Mutter Krebskrank ist und weil zweitens meine Ankunft angekündigt worden war. Er fängt jedes Mal an zu spinnen, wenn er es mit einer neuen weiblichen Person zu tun bekommt. Inzwischen, nach dem ich ihm 1 Woche möglichst nicht zu Nahe kommen durfte, geht es besser.

Es gibt einige Kandidaten, mit denen man jeden Tag den gleichen Kampf durchläuft: Künstlich Zähne einsetzen und zu Tisch kommen. Sich während der Mahlzeiten, der Stuhlkreise und überhaupt allen gemeinsamen Aktivitäten ruhig verhalten. Aufs Klo gehen und sich die Schuhe anziehen.

Andere sind solche, die wie Ángel-Sereno völlig unberechenbar sind und unvorhersehbar explodieren. An meinem zweiten Tag ist z.B. José-Luis völlig ausgetickt und Tulio, einer der Betreuer musste ihn mit aller Kraft bändigen und ihn eine Stunde Lang hinter dem Haus im Polizeigriff halten. Gerade vor ein paar Tagen ist selbiger, ein ziemlich großer und starker Mann, wieder ausgerastet und hat Helena, einer ähnlich schwierigen Person 5 Mal mit aller Kraft auf den Schädel gehauen, weil diese ihn von ihrem Stammplatz runter haben wollte, auf dem er sich provozierenderweise niedergelassen hatte. Ich war die einzige Betreuerin, die dabei war und ich kann euch sagen: Ich hatte keine Lust dazwischen zu springen.

Helena hatte mir bereits früher (heute vor einer Woche) eine ähnlich eindrückliche Lektion erteilt: Weil ich darauf bestehen wollte, dass sie sich vor dem Brötchenbacken, nachdem sie den Hund mit den Fingern Fleischreste gefüttert hatte, die Hände waschen sollte, hat sie einen „Anfall“ bekommen, mich kreischend als deutsche Hure beschimpft und mir kreischend zu verstehen gegeben, dass mich hier keiner haben wolle.

Und weil solche Dinge wie gesagt dauernd passieren, habe ich sehr schnell einsehen müssen, dass man diese Leute in ihrer Mehrzahl wirklich nur mit Samthandschuhen anfassen darf. Der Aufwand, jeden an den Tisch, in die Werkstadt oder überhaupt durch den Tag zu bringen ist unsagbar. Für (fast) jeden einzelnen muss eine extra Show eingelegt werden. Man darf nicht ein falsches Wort sagen, nicht eine falsche Handbewegung machen, bloß keinen Stress schieben oder Druck ausüben, wenn man nicht will, dass einem gleich alles um die Ohren fliegt. Aber das allein reicht nicht: Man muss dabei ständig gut gelaunt sein, jeden herzen und knuddeln, Witze machen und den ganzen Tag tanzend und singend umherschwänzeln, damit sich bloß keiner genötigt fühlt und sich am Ende ganz aus freiem Willen an den gewünschten Zielort begibt.



Mein Arbeitsplan ist wie gesagt voller als erwünscht. Trotzdem bleibt mir dank kurzer Wege und weniger sonstiger Pflichten auch Zeit für anderes, das mich interessiert: Ich war inzwischen schon mehrmals in Madrid: Fünf Stunden Prado (Goya, Velázquez, Sorolla, El Greco und die anderen. Dank Spaniens Austausch mit den Niederlanden war auch einiges Wichtiges von Rubens, Rembrandt, Bosch, Van Dyck und Breughel u.a. dabei. Daneben auch Rafael und Tiziano), fünf Stunden Reina Sofia (die moderne Kunstsammlung, die z.Z. die riesige Picasso-Ausstellung aus Paris hier hat. @Mama: einige Werke waren dabei, die wir auch schon in Stuttgart damals gesehen haben). Auch habe ich schon einiges mit Gonzalo unternommen –der Student, den ich über den Hospitality-Club kontaktiert hatte: Er hat mir die ganze Universitäts-Stadt samt seiner Fakultät gezeigt, wir waren schon im Kino, abends in Madrid und ich will nicht wissen wie viele Kilometer, wir uns bei unseren Stadttouren in Villalba und Madrid erlaufen haben. Außerdem will er mir hier in der Umgebung noch einiges Zeigen.

Was mich ebenfalls sehr interessiert, sind die politischen Entwicklungen hier: Am 9.3. sind Wahlen und überall hängen Wahlplakate von entweder Zapatero („Schuster“ –er war die letzten vier Jahre im Amt) oder Rajoy. Die beiden haben sich außerdem am Montag eine im TV übertragene Debatte geliefert, die für mich sehr interessant war, weil sie mir einen Überblick über den innen- und außenpolitischen Stand der Dinge in Spanien verschafften. Ein großes Problem sind in der Tat die Einwanderer. Madrid und Villalba können sich kaum retten vor ihnen. Überall Latinos und Nordafrikaner. Bisher sympathisiere ich viel mehr mit Zapatero (auch wenn seine Ideen mit den Herkunftsländern der Immigranten zu kooperieren, um diese attraktiver zu machen wahrscheinlich besser klingen, als sie zu realisieren sind), heute Abend werde ich mir aber die zweite Debatte ansehen, wo vielleicht mehr von Rajoys politischen Programmen rüber kommen wird. Wir werden sehen.

Gerade komme ich vom nahe gelegenen Park zurück, in dem ich auch schon einige Male Joggen war. Es hat über 20 Grad und es lässt sich dort wunderbar lesen. Z.Z. bin ich mit Spaniens Literaturgeschichte, einigen von Carmen ausgeliehenen Psychologie-Wälzern und vor allem 100 Anyos de Soledad beschäftigt. Die Welt des letztern Wälzers (Columbiens Dschungel –juhu!) ist weit weg, und es kostet jedes Mal Kraft, den Schritt zwischen der hiesigen -hier im Taller- und der literarischen Welt vom Roman zu machen.

Mit meinen Mitarbeitern habe ich wie damals in Altenschlirf ein riesiges Glück: Ich verstehe mich wunderbar mit Nestor, Eleonora, Tulio, Nilda und Carmen. Dass wir bisher nicht noch mehr miteinander gemacht haben liegt vor allem an unseren Arbeitsplänen. Tulio und Eleonora (sie haben eine kleine Tochter hatten mich z.B. für gestern zum Essen eingeladen, weil sie ausnahmsweise Mal beide gleichzeitig frei hatten und da musste aber ich arbeiten. Nilda werde ich sicher einmal in Madrid besuchen und Carmen hat mich zu einem Ausflug in die umliegenden Berge eingeladen. Mit Nestor verstehe ich mich auch sehr gut, wir gehen regelmäßig zusammen zur Bibliothek, die ein echtes neues Goldstück für Villalba ist und heute Abend schauen wir endlich mal einen Film.

Auch Geld habe ich schon so einiges ausgegeben: Vor allem für Fahrkarten und Abendprogramm. Heute musste ich allerdings endgültig 50(!) Euro für ein neues Kabel für meinen Computer ausgeben. Thaddäus und Andreas werden mich wahrscheinlich auslachen, aber...

Meine „Chefs“ sind inzwischen aus Alicante eingetrudelt. Sie sind beeindruckende Personen und bei allen beliebt (gestern waren wir im Zirkus). Allerdings nimmt mich vor allem Ángel ganz schön ran (er ist der, der die Stundenpläne macht). Diese Woche werde ich gleich 2x nachts arbeiten und das ist scheinbar alles andere als vergnüglich. Auch ist der Kampf um die freie Woche vom 10.-17. zur Erkundung Kastiliens leider noch lange nicht gewonnen :( Dass Maria-José etwas von Bezahlung für meine Arbeit gesagt hat, freut mich zwar (damit könnte ich meine Ausgaben hier vielleicht ausgleichen), erschwert aber den Kampf um die Freizeit. (Es gibt einige historisch bedeutsame Städte gerade nördlich von Madrid, die teilweise wegen der längeren Anfahrt mehr als ein Tagesausflug bedeuten würden und außerdem möchte ich ja Luisa in Barcelona besuchen. Das Wichtigste bleibt für mich aber die besagte Woche vom 10.-17.)

Übrigens war ich am Sonntag war ich außerdem zum ersten Mal mit in der Messe. Das rief natürlich unglaublich viele Erinnerungen an Talag hervor. Ich kann überhaupt nicht glauben, dass das alles schon wieder ein ganzes Jahr her ist. Ziemlich genau sogar. Die lila Passionsfarben lassen mich das erkennen. Damals waren die Gottesdienste auf Spanisch Routine. Immerhin kann ich das Padrenuestro noch. Jetzt vor einem Jahr habe ich mich auf den Besuch von Papa in Ecuador gefreut und jetzt vor einem Jahr wusste ich noch nicht, ob ich Ecuador nach Norden oder nach Osten verlassen würde. An Ostern, dem wunderschönen Taufgottesdienst, war ich zum letzen Mal in Talag im Gottesdienst –mit Papa- und habe zum ersten und einzigen Mal vorne gestanden und das erste Evangelium (??) auf Spanisch (!) gelesen –Himmel, war ich aufgeregt.

Neben Erinnerungen finde ich auch viele Wörter wieder. Wörter, die ich damals beherrschte, über die Monate in Deutschland aber wieder verschütt gegangen sind. Leider ist mein sprachlicher Fortschritt um einiges langsamer als erhofft. Spanisch nach diesen 2Monaten deutlich besser zu können als bisher ist, das werde ich mir wohl oder übel eingestehen müssen, wohl leider Illusion.

Ich glaube, ich belasse es hierbei.
Es geht mir also gut,
Ganz viele liebe Grüße, Eure Solveigh

Wednesday, February 27, 2008

SOZIALPRAKTIKUM IN SPANIEN

Taller Tobias
19 Febrero hasta 9 Avril 2008


Von Flughafen zu Flughafen.
- Diesen Moment liebe ich: Wenn die Autotür zufällt, und man nur noch den Flughafen und alles was danach kommt vor sich hat; Plötzlich gibt es nichts mehr, was man eigentlich noch machen müsste, keine Pflichten mehr, alles wird ruhig und gut.
- Wie immer wundere ich mich über die Selbstverständlichkeit, mit der man in ein Flugzeug steigt. Der Ablauf ist viel geregelter, ruhiger und routinierter, als wenn man beispielsweise in einen Bus steigt. Es muss nicht nach Kleingeld oder Platz gesucht werden. Man muss sich um nichts kümmern, nicht einmal die Stationen zählen, bis es so weit ist auszusteigen. Wenn man will kann man mit den unbekannten Menschen ein paar unbeschwerte Worte wechseln. Niemand ist im Alltagsstress. Ich setzte mich hin, vertiefe mich in mein Buch –bis zum Abflug werden ja ohnehin noch einige Minuten vergehen.
- Wir fliegen über die Schweiz. Ich glaube, im Winter habe ich sie noch nie von oben gesehen: unfreundlich braun. Kaum zu glauben, dass das unser fruchtbares Europa sein soll. Statt die höchsten Gipfel der Anden sehe ich diesmal nur Schornsteine von Kraftwerken aus dem Nebel zeigen.
- Nach kurzem Flug landen wir in Madrid. Es regnet. Ich steige aus. Wieder ist alles ganz routiniert und vertraut. Ich fühle mich wie zuhause, ich liebe es. Es sind mehrere Flieger aus Südamerika auf einmal gelandet: Die vertrauten Andenmuster auf Pullovern, Taschen und Rucksäcken. Ein großer Teil der Menschenmenge stammt eindeutig aus Bolivien und Peru. Ich frage mich, wie sie sich fühlen. Nach der Passkontrolle verläuft sich alles.
- Ich frage bei der Touristeninfo, wie ich nach Villalba komme (Ich hatte mich an die unzähligen Männer und Frauen im grasgrünen Jackett vom letzen Jahr erinnert, und mich um nichts gekümmert), hole meinen Rucksack und mache mich auf den Weg.

La Cercanía
- Was für ein unschöner Anblick. Beim Verlassen des Untergrundes fühle ich mich sehr an große südamerikanische Städte erinnert. Mir wird bewusst, dass ich nicht mehr zuhause bin. Dass ich mich (mal wieder) in einem ganz anderen Land zwischen ganz anderen Leuten befinde. Wie katapultiert in ein anderes Universum. Irgendwann hört die Stadt auf und für einen Moment habe ich das Gefühl, mitten in einem unbekannten Märchenwald zu sein, denn wir fahren gleichmäßig durch eine Unmenge von mittelhohen Bäumen mit dichten runden Baumkronen und knorrigen Stämmen, die bis zum nahen Horizont reichen. Dazwischen liegt schwerer Nebel. Ich erinnere mich an Andalusien und wie sehr mich damals die kein Ende nehmenden Olivenplantagen fasziniert haben. Wie hatte ich das vergessen können? Allerdings sind das keine Oliven. Es geht so weiter. Unter den Bäumen immer der trockene, nackte Boden. Manchmal tauchen unschöne Städte inmitten meines Dschungels auf - mit neuen, riesengroßen Wohnkomplexen wie in Bogotá. Mal wieder ärgere ich mich über den Menschen. Manchmal liegen überall riesige Steinbrocken herum und ich habe das Gefühl in einem verlassenen Ort aus einem Science-Fiction Roman zu sein. Alles ist grau und still. Bei schönerem Wetter würde man wahrscheinlich an Korsika denken.
- Ich frage mich zum ersten Mal nach dem Sinn und Zweck dieses ganzen Unterfangens und warum ich eigentlich nicht einmal bleiben kann, wo ich hingehöre. Ich spüre die Müdigkeit und denke an das, was mir an diesem Tage noch bevorstehen würde. All die neuen Leute, die ich kennen lernen würde müssen. Die Arbeit. Ich frage mich, ob ich das überhaupt will.
- Bis ich in Villalba ankam hatte ich meine 2 Rucksäcke mit den 1000Büchern und Laptop schon ganz schön weit geschleppt: Erst das Hin und Her (inklusive der Bahn) am Flughafen, das Umsteigen von der Metro auf die Cercanía und dann hat es sich doch als schwieriger als erwartet herausgestellt, die Adresse in Villalba zu finden. Villalba stellte sich als größer und die Straße als kleiner als erwartet heraus. Zum Schluss ließ ich mich von einem Lehrer eines der hiesigen Gymnasien führen. Er konnte sieben Sprachen, hatte ein Deutschwörterbuch in der Tasche und ein Baguette auf dem Arm. Irgendwie war alles doch sehr surreal. Das wurde nicht besser als ich zu Guter letzt mein Gepäck durch die verfallene Straße schleppe, die mir vorkam wie aus einem Roman. Irgendwann stehe ich vor einem fragwürdigen Tor ohne Namen. Wenigstens hatte der Regen noch ein wenig ausgeharrt.

Angekommen
- Es war etwa halb sechs und ich wurde von Carmen, die selbst erst seit einem Monat hier ist zu meinem Zimmer geführt. Ein Haus auf dem Hof hinter dem Tor. Ich war ihr sehr dankbar und blieb erstmal ein paar Minuten dort. Hier würde ich viel Ablageplatz haben, was gut war. Allerdings fehlt ein Schreibtisch.

- Dann finde ich mich im „Taller“ ein (ein Mehrzweckraum, der vormittags und nachmittags jeweils für unterschiedliche Aktivitäten herhält. Auf Deutsch „Werkstatt“). Parco, der den verreisten Chef vertritt ist eine wunderbare Person, die unwahrscheinlich gut mit den Betreuten umzugehen weiß. Von ihm kann man sehr viel lernen. Er kennt Almut sehr gut - Sie kommt wohl regelmäßig hier vorbei und er hat fünf Jahre in der Fínca Río Padrillo gearbeitet. Leider ist sein Spanisch für mich bisher wirklich anstrengend zu verstehen.

- Der Aktivitätenfächer ist der übliche: Wolle-, Papier-, Holzwerkstatt, Backen, Spazieren, Film, Messe, Ausflüge –Der Tagesrhythmus weicht aber vom unsrigen deutlich ab: Erst ab acht werden die Betreuten geweckt und für den neuen Tag „fit“ gemacht. Erst um elf gibt es Frühstück. Dann geht es in den Taller. Einige haben Gymnastik, Heileurhythmie oder Fuß-Reflexzonenmassage. Mittagessen um zwei. Alle um einen Tisch. Siesta, Taller, Abendessen um acht, Stuhlkreis (wie auch schon morgens vor dem Frühstück) gestern war dieser erst um halb elf fertig. Bis alle im Bett sind dauert es entsprechend länger.

- Die Details betreffend ist vieles wie in Altenschlirf: Michelangelo, Da Vinci und der Menschheitsrepräsentant hängen an den Wänden, die (Baum-)Sprüche, die ich noch lernen will auf Spanisch und die Bachblüten-Tropfen. Dennoch sind einige äußere Umstände deutlich anders: Es handelt sich um ein sehr begrenztes, voll gestopftes und uneinsichtiges Grundstück, auf dem sich zwei Häuser (das Haupthaus und das, in dem momentan nur Nestor und ich wohnen) und mehrere kleine (das des Chefs, der zZ in Barcelona und Alicante ist, der Taller, ein Lagerhaus, die Hundehütte und noch einige andere) dazu zwei große Wohnmobile und ein Kleinbus. Das kleine Stück Rasen ist nicht frei von Hundedreck und man muss sich zwischen allem hindurchquetschen um zum erwähnten Tor zu kommen. Auch das Haupthaus platzt aus den Nähten. Es handelt sich um nur ein Stockwerk mit einer inzwischen deutlich zu kleinen Küche, fünf Schlafzimmer a zwei (und einmal drei Betten), zwei zu kleinen Badezimmern, einen Essenssaal mit einem winzigen angrenzenden Raum, wo sich zum Stuhlkreis zusammengefunden wird aber nicht mehr alle Platz haben.

- Das Essen ist, glaube ich, mehr waldorf als spanisch. Es wird nichtvegetarisch gekocht.

- Was mir aber aufgefallen ist: In Altenschlirf war ich von morgens sieben bis abends neun dabei, allerdings ohne die Betreuten morgens zu wecken oder sie abends ins Bett zu bringen. Hier habe ich heute Morgen das volle Programm mitgemacht: Waschen, Zähneputzen, Duschen, aufs Klo bringen, Umziehen, Betten Überziehen. Diesmal würde ich auf keinen Fall wieder das ganze 15h-Programm mitmachen wollen. Die Schichten sind entweder von acht bis vier (nach dem Mittagessen) oder von vier bis nachts bzw. bis zum nächsten Morgen. Heute war ich bis vier dabei, morgen wird es genauso sein, weil ich mich ja noch mit Gonzalo treffen möchte. Angeblich wird Ángel, der Chef mir irgendwann meinen „Arbeitsplan“ telefonisch durchgeben. Davor graut es mir ein wenig. Ich würde ihn, gerade angesichts meiner vielen Pläne, lieber mündlich besprechen.

- Gestern hatte ich meine Mitarbeiter kaum kennen gelernt. Die Gelegenheiten dazu sind auch wirklich knapp. Heute sieht es schon besser aus: Dass Parco mit seinen ewig langen kleinen Locken eine wirklich sympathische Person ist, habe ich schon gesagt. Dann gibt es zwei Personen, die in der Küche arbeiten, die auch sehr nett scheinen. Es gibt zwei Senyoras aus Bolivien (ich glaube, wir haben uns gegenseitig ins Herz geschlossen, als wir von unserer jeweiligen Verbindung zum ärmsten aller südamerikanischen Länder erfuhren), eine junge Frau aus Polen, die seit über einem Jahr mit ihrem spanischen Mann irgendwo hier in der Nähe wohnt, Carmen und noch zwei oder drei andere Chicas, die auch nicht viel älter als ich sein können. Nestor, der seit Oktober hier arbeitet und neben mir wohnt, hat mir schon einiges Praktisches zu Haus und Waschmaschine erklärt UND mir vorhin ein Mädel vermittelt, die schon immer jemanden zum Joggen gesucht hat. Er will mir außerdem die Stadtbibliothek zeigen, wo ich hoffentlich auch als Ausländer das Internet eine Stunde täglich benutzen darf. Bin sicher, dass wir mal was zusammen machen werden.

- Es steht also alles gar nicht so schlecht. Liebe Grüße nach Deutschland, Solveigh

Monday, August 13, 2007

back...

Hey everyone! Sorry for the drop-out (I suddenly found myself unable to access my account and couldn't be asked to get it fixed then).
Mmhh, I guess I started were I had stopped more than a year ago. Everything is back to normal ie busy everyday-life. After having taken care of all uni-applications that were due to be sent, I took on several jobs (many pleasant and unpleasant experiences) which, I guess, was good for not falling into any of those holes that tend to welcome one on return from such a journey...
I'm happy to be with my family again and happy to see old friends.
After 3 weeks I was off with my best BXL-friend Ela to her homecountry Slovenia. Sry, right now is not a good time to write. cu soon, Solveigh

Monday, May 28, 2007

COLOMBIA

Yeaaah, I am looking forward to getting home!!! I am just so curious to see what everything will be like after a whole year abroad. I'm sure there's a big cultural shock waiting for me :). However I am more than content with this Gap-year I took. I have the feeling everything went 100%ly right and that the mixture of experiences and ways of travelling I tried has been just perfect. (Maybe I shouldn't say that before actually having set foot on European ground -there's still 5 weeks to go...). Even though I still feel there's just about the right amount of time left, I also feel clearly that I'm close to the end of my trip: My camara gradually stops working (I started thanking it for every single picture it takes), I'm on the lookout for souvenirs (and clothes to replace the raggs the few things I took turned into) just about all the time AND I started spending money more freely (which is maybe a mistake considering the worthless rip-off City Tour we went on today).
I remember calling this journey (Amazon-River, Venezuela and Colombia) "crazy travel-plans". However, I could not have chosen a better thing!!!! I can't remeber having been on a trek more beaten than this one (Santa Marta-Cartagena) I find myself on right now, here in Colombia.
However, travellers seem to be a lot more independend here than those I've met elsewhere and I guess that that's because only the really "brave" ones make it here. (The disadvantage of which is that it is harder to find people to go with you to places because everyone just does what HE feels like. But then I guess I'm independend enough by now not to really care).
I gotta answer some of my mom's questions: Yeahhh Ciudad Perdida (the famous "Lost City") was great!!!! (I'm wearing the T-Shirt the agency gave me right now ;p I love it!) Although I didn't really want to go after the trek-experience in Venezuela I was incredibly glad not to have missed it in the end. It was way greater than Machu Picchu and way greater than Roraima and way greater than I would ever have imagined. It was awsome climbing the mossy steps to get to the mysterious stone-foundations that are left of the city: Foundations for temples and private housing. Large parts are still covered by the jungle which gives you an idea of what the place must have been like when it was discovered by grave-robbers in 1975.
Right away I loved the trek a lot more than the one that took us to Roraima: The vegetation is a lot more interesting and the trek itself actually feels like a trek (to me it felt a lot harder than the previous one, it's constantly up and down and the humidity makes you suffer quite a bit, too). The setup however, was quite similar to the former: 6 days, 5 nights, in hammoks this time rather than in tents. 2 rather than 1 guide (coz it was two big groups put together) and plenty of porters (that you'd generally not see much of) that would besides do the cooking (this time we had mules for the first and easier part of the way which was fun to look at). Again, the trekking would take up half the day only rather than a full day (However, this time I was prepared and thus not disappointed). And there is a good reason to it, too: It would mostly start raining just when you get there. This time, I felt a lot better with my group (there is a good thing to the big groups: You'd always find loads of people you'd get on with well) and I generally had a lot of fun. (People were more average-equipped, for example -on the other one everyone made me feel rather stupid because I weren't wearing highly professional trekking-gear from head to food).
No, I did not do the diving-course. I'll leave that to another trip. Part of the reason is that I tried snorkeling and I am more than happy with that: I bought snorkeling gear and now I go snorkeling whenever I can: I LOVE it!!!!!! It's just like swimming in one of these wonderful aquariums you can visit in a zoo or something: Fish of all colours and sizes imaginable; corals (but I guess you can find more expressive ones elswhere in this world) and the turquoise water!!!!! It is a DREAM!!!!! I swam with uncountable swarms of fish (the las one consisted numberless huge blue fish that would change their colour to silver, green and yellow as they move in the water. It is amazing that these fish would not be more afraid. They just let you watch them until you feel like looking around the next rock.
Twelve of our Ciudad Perdida-group went to the beautiful Tayrona Nationa-Park after the trek. Together -just imagine, what a good group we were. It was awsome!!!! Long white beaches lined with coco-nut trees. (You could have as many coco-nuts as you were able to open ;p). Beautiful green vegetation and an undiscribable colour of water. I think I love the Carribean see! I don't think I've ever enjoyed swimming so much. The water is wonderful: warm and light in a way I'm not able to describe. I ended up spending 4 nights and 5 days in that National Park. Everyone would be your friend. Beautiful mornings, pure joy.
It was only last night that I arrived to Cartagena. A beautyful city full of history. It has long been Latin America's most important gold. It has always been rich (thanks to esmeralds, gold and silver that were transported there from all over Latin America -Mom: I found a nice esmerald-neckless for you today -it was 2000Dollar only!!!) and it has always been a major target for pirats from all over the world which made the Spaniards surround it by massive defensive walls and thus give it a touch of one major fortress. There are plenty of amazing stories of pirate-attacks and heros defending the city (you find numerous statues of one-legged and one-armed wariours ;p). Walking the streets, in fact, has something unreal to it: It's just to nice to be true and to be situated in South America. You'd rather place it in some tranquil part of Spain or something. It is a splendid example of Colonial Architecture. Balconies and windows would overflow with flowers. I love Colombia for it's street-vendors. I just LOVE all of the food they'd offer wherever you go for the cheapest prices imaginable. And the Coffee, of course ;p
I'm planning to spend some more time in the city tomorrow (there is a number of museums I'd like to visit) and maybe visit a nearby fishing-village and go to the beach in the afternoon. The day after tomorrow I'd like to visit a curious mud-volcanoe that is about 50km away from Cartagena and after that go on a tour around the said-to-be beautiful islands that form another National Park. After that I might spend another couple of days on the beach and head for Medellin after. I got really interested in visiting the famous Coffee-Zone around there and after go to Bogota. (Apparently it's easy to spend in and around the Colombian Capital. The Andean Villages around it are said to be just lovely...). After that there'll be the arquelogical sites of San Augustine and Tierra Adentro, the city of Popayan and finally a rather impressive church right on the border.
I'll now go back to my "Sons and Lovers" -Have I ever felt more drawn to a book than this one???
Good luck with your exames,
xxx yours Solveigh

Wednesday, May 16, 2007

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