Solveigh in Latin-America

Monday, September 11, 2006

Solveigh allein in Chile

uff, ich bin froh, in La Paz zu sein! Nicht, dass die letzten Tage nicht wunderbar spannend gewesen wären, aber sie haben eben auch entsprechend Kräfte in Anspruch genommen; mit der Konsequenz, dass ich zB heute den ganzen Tag geschlafen habe...
Als Ivan sich entschieden hatte nach unserer wunderbaren Salar-Tour in Bolivien doch nicht via Chile nach La Paz zurück zu kehren, war es an mir unsere Planung allein durchzuziehen oder ebenfalls in den Wind zu blasen... Es war eine harte Entscheidung in so fern, als das ich immer noch sehr hilfsbedürftig war (und leider immer noch bin -morgen werde ich endlich eine Masseuge aufsuchen...). Ausserdem galten für mich natürlich die selben Argumente wie für Ivan: Chile würde touristisch unattraktiv und dabei ungefähr 20x teurer sein als der Rückweg durch Bolivien... Naja. Es war also mal wieder ein Kampf zwischen vernunftbegründeten Argumenten und meinem Willen auch von Chile noch etwas mitzubekommen...
Auf keinen Fall habe ich den Trip bereut! Zwar habe ich in den paar Tagen knapp 50Dollar ausgegeben, aber hey (in Europa kann ich dafür schliesslich kaum 2 Nächte in der Jugendherberge verbringen ;p)... Habe mich also einem sehr netten französischen Pärchen angeschlossen und wir haben zu dritt unter unserer Geschafftheit und unserem gestillten Erlebnisdurst gelitten (die beiden kamen ebenfalls gerade von einer ähnlich anstrengenden Salar-Tour zurück. Ich hatte sie kennengelernt, als wir uns bei min. -10°C umzogen um in die 30°C-heissen Termal-Quellen zu steigen ;p). So genügten uns ein paar Stunden im netten, dafür aber touristischen San Pedro de Atakama (die vielen Touren in die Natur waren für uns aus genannten Gtründen von wenig Interesse) und wir noch am selben Tag mit dem Bus nach Calama fuhren. (Die Busfahrt war super-angenehm: wir hatten den Bus praktisch für uns alleine und die Landschaft ist so unwirklich, dass man sich an ihr sowieso nicht satt sehen kann.../ Calama an sich ist touristisch eher nicht-interessant bis langweilig, ausserdem wurde es abends sau-kalt, wir haben Ewigkeiten kein billiges Hostel gefunden und schliesslich eben doch unsere fast 10Dollar dafür bezahlt. Und ähnlich ging es uns mit dem Abendessen. Naja, ich habs dann irgendwann mir Humor genommen und dann gings ;p). Erst am nächsten Abend ging unser Nachtbus nach Arica -der nördlichsten Stadt Chiles, sodass wir den Tag über praktisch schlafend im Park verbracht haben (solches war noch ganz angenehm, ein künstlicher Sandstrand war an einer Art Fluss aufgeschüttet, aussenrum gabs Bergpanorama...).
In Arica habe ich dann endlich etwas mehr von Chile mitbekommen: Die beiden Franzosen sind direkt nach Peru weiter, während ich von meiner ersten Hospitalityclub-Gastgeberin in Empfang genommen wurde :))) Nach einem netten Frühstück hat sie mir ein wenig die Stadt gezeigt, wo ich bis zu meiner Rückkehr zum Mittagessen geblieben bin, um dann den gesammten Nachmittag zu verschlafen...
Chile: Es ist unglaublich zu beobachten, wie sehr die Menschen sich von Land zu Land unterscheiden: Zwar scheinen auch die Brasilianer sehr offen (während die Bolivianer mir im Allgemeinen einen eher verschlossenen Eindruck machen), doch scheinen sie genug Menschen um sich herum zu haben, als dass sie noch besonderes Interesse an den Touristen hätten... In Chile sind mir die Leute mit sehr viel Offenheit und Interesse begegnet, so dass ich am Ende des Tages mit vielen Menschen gesprochen hatte. Viele hatten dabei weniger Interesse an mir als Ausländer, als daran, mir ihr eigenes Land näher zu bringen. War also auf dem "El Morro de Arica", den sich Chile 1884 von Peru erkämpfte, der mir Aussicht auf die doch recht grosse Stadt und deren Hafen und Strände gewährte... Die Stadt selbst hat eine ganz angenehme Innenstadt mit einigen Strassenkünstlern und Musik usw.
Mein Besuch bei Mariana (schon wieder ;p) war sehr erschwinglich: Sie hat mir viel erzählt, ich habe ihre Eltern, die im Haus nebenan wohnen und ihre Geschwister samt deren Kindern kennengelernt. (Wahrscheinlich werde ich auch ihre andere Schwester in Lima besuchen ;p). Toll war auch, dass ich so viele Chilenische Speisen zu probieren bekam! Die Krönung war aber der abendliche Besuch im Theatro Municipal, wo anlässlich des bevorstehenden Frühlings eine riesige Folklore-Aufführung stattfand. Aus sämtlichen Regionen Chiles wurden Tänze aufgeführt!
Ein weiteres Highlight war natürlich auch der nächste Tag: Die 8stündige Busfahrt nach La Paz verzögerte sich um einige Stunden, weik doch der Bolivianische Präsident Ebo Moralis(?) an der Grenz eine Rede halten musste (er versprach sauberes Wasser und Elektrizität etc)... Ich war ziemlich baff, als ich aus dem Bus stieg und ich nur wenige Meter von mir entfernt den Präsidenten fand!!! Dazu die traditionellen Bolivianischen Trachten, ein kleines "Blechorchester", das dem Präsidenten zu-posaunte und die allgemeine Aufregung....
Nun bin ich wohlbehalten in La Paz, habe wie gesagt den ganzen Tag geschlafen (hoffe sehr, dass ich meine Kräfte bald zurück erhalte. Immerhin wollen wir übermorgen den berühmt-berüchtigten Choro-Trail starten...). Koka-Blätter helfen. Hatte mich sehr auf Bolivien gefreut. Obwohl mir La Paz natürlich genauso fremd war und ist wie es auch jede andere Stadt gewesen wäre, hatte ich doch das sichere Gefühl, in eine vertraute Welt zurück zu kehren...
@my mom: lol, now I did do the same boring bit as you did... (thanks for the comment below ;p). And I didn´t take the time for excursions neither (even though many of them would surely have been worth it ;p). However, the stay with Mariana compensated for it all :)))

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