Solveigh in Latin-America

Tuesday, August 29, 2006

Cunha

So gings also mit dem Pkw durch die Berge. Meine neue Gastgeberin Marina -eine Medizin-Professorin erzählte mir viel interessantes über die sog. "toten Städte" die einst von Goldsuchern auf ihrem Weg vom Inland zur Küste belebt wurden, dann aber mit dem Bau der Eisenbahn in Vergessenheit gerieten. Das Land ist übersäht mit überdimensionalgrossen Maulwurfshügeln -ein schlechtes Zeichen: Hier ist der Boden sauer und unfruchtbar.
Ich werde nun nicht viel von meiner Begeisterung erzählen, die ich empfand, als ich bei Marina in Cunha, einem kleinen Ort in den Bergen ankam. Ich war überwältigt. Alles war so anstrengend gewesen. Vor allem hatte mich die Unsicherheit, wohin es mich wohl verschlagen würde etc. doch sehr auf die Folter gespannt. Die Begeisterung, die ich bei unserer Ankunft (bei schönstem Abendsonnenschein) in diesem Paradies (ein riesiger Garten gehörte zu den zwei Häusern auf dem wunderbaren Grundstück) im ersten Moment empfand mag vergleichbar gewesen sein mit jener Überwältigung, die wir (wahrscheinlich alle) empfanden, als wir damals in Sardinien so unverhofft diesen Traum vorfanden...
Ich fand mich also in den Bergen. Habe ich schon davon erzählt, dass es in Brasilien diese kleinen VW-Käfer noch zu Hauf gibt? Cunha war voll davon. Ausserdem fühlte ich mich in den "Wilden Westen" versetzt, weil so viele Männer in Cowboy-Hüten, Jeans und Stiefeln rumliefen... Die Pferde waren auch hier (wie scheinbar überall hier in Brasilien und Bolivien) klapperdürr. Va fanden sich Maultiere... Ausserdem ist der Ort bekannt für seine Keramik-Produktion. Allerdings ist er überhaupt nicht touristisch. Es handelt sich einfach um einen wunderbaren kleinen Ort irgendwo in den Bergen, zu dem kaum eine Strasse führt...
Ein Abendteuer bestand dann auch darin, mit so einem Mann nach Parati (dem inzwischen mehr als touristischen Fischerdorf am Meer zu fahren). 2h dauerte die Fahrt, die uns die 50km Berg auf Berg ab ans Meer führte. Zum grossen Teil führte uns der Weg durch den Jungel -es war das erste Regenwald-Erlebnis für mich. Wunderbare Ausblicke. Schotterpissten -die Strasse löste sich einfach in Erde auf. Und -nicht zu vergessen- das viele Portugiesisch, das ich wärend dieser Fahrten lernen durfte!!!
Habe ich schon erzählt, dass sich die Menschen in Brasilien gerne mit erhobenem Daumen grüssen?
Habe auf dieser Reise schon so viele interessante und vor allem inspirierende Menschen getroffen -Marina ist eine von ihnen. Ich bin überzeugt, dass das mit einer der wertvollsten Aspekte am Reisen ist!

0 Comments:

Post a Comment

<< Home