Abenteuer allein im Dschungel :)
Wow, wow, wow, wie spannend es doch werden kann :)
Unser Plan verschiedene Staemme, die hier im nahen Regenwald wohnen zu besuchen viel leider wegen Strassen-Blockaden flach. Dann sind wir eben in den Regenwald ohne Staemme gefahren und haben trotzdem was erlebt :). Das heisst eher nur ich. Sofia und Carola sind, nachdem wir zusammen verschiedene herrliche Wasserfaelle besucht hatten wegen Krankheit zur`ck und dann bin ich allein da geblieben, und habe die Nacht allein in einem Refugio mitten im Urwald verbracht. Im Nachhinein ist das alles keine Heldentat mehr, aber beim ersten Mal ist das schon ganz sch´n spannend...
Habe den "Dschungel" (wie so vieles) so vorgefunden, wie man sich ihn nach den ueblichen Beschreibungen so vorstellt, aber es ist schon toll sich so richtig "mittendrin" zu befinden:
Bin auf meinem Marsch gestern keinem Menschen begegnet, oft war der Weg bewachsen, so dass ich mich unter den mannsgrossen Bl´ttern durchb`cken m`sste (da f´llt mir ein, dass es meinem R`cken dank Medikamenten wieder etwas besser geht -ich werde nie wieder ohne Schmerzmittel reisen!), es geht `ber bemoste baumst´mme und zwischen Lianen hindurch. Es gibt so unglaublich viel zu kucken! (obwohl es sich gestern mit den Tieren echt in Grenzen hielt: keine Affen, keine Papageien und keine Tukane wie in Brasilien...). Das tolle am Regenwald scheint mir zu sein, dass es ueberhaupt kein Problem ist, den selben Weg zurueck zu m`ssen: alles sieht ohnehin so anders aus... Allerdings, scheint es mir, dass man vom R`ckweg nur halb so viel hat. Ich war jedenfalls fast ausschliesslich nur noch auf den Weg konzentriert: auf einmal schiesst einem (mir) das Adrenalin durch die Adern: Die Angst vor der Dunkelheit, die Angst vorm Regen, Angst vor unberechenbaren Tieren aller Gr`sse(?), Angst, den richtigen Weg nicht zu finden. Tats`chlich sieht auf dem R`ckweg alles so anders aus, dass man nicht glauben kann, hier langgekommen zu sein. Man ist nur noch auf der Suche nach sicher identifizierbaren Anhaltspunkten, die einem dann f`r die n´chsten 300 Schritte etwas Ruhe g´nnen, bevor einen die Unsicherheit von neuem bef`llt... (ich verallgemeinere das jetzt, keine Ahnung, ob es anderen auch so geht).
Was ist mir so alles begegnet? Flitztende, winzigkleine Kaulquappen in Wasserstellen; eine Ananas-Pflanze(!!!!), ein Bau mit untertassengrossen Durchmesser -weiss jemand, was darin hausen k´nnte? Eine Riesenschlange, mit untertassengrossen Durchmesser? Dabei ist mir aufgefallen, dass unsere Tropenhaus-Nachstellungen dem "echten" Regenwald gar nicht so un´hnlich sind: Der Geruch schien mir so ziemlich der selbe, doch das feucht-heisse Klima ist doch noch ein bischen extremer... Ach ja, ich bin auf Schmetterlingsschw´rme gestossen, dass ich nicht wusste wohin treten! Unglaublich, was f`r tolle Schmetterlinge! Wenn man sich sp´ter die Fotos anschaut, wird man sich vermutlich ein bischen wundern: ziemlich viele Blumenfotos... Das liegt einfach daran, dass alles so gr`n ist, dass man bei jedem roten Fleck versucht ist, ihn zu fotografieren :) Beeindruckt hat mich nat`rlich auch wieder die Gerauschkulisse. Bis zu Einbruch der Dunkelheit war es ziemlich still (so wie es mein Erdkundelehrer, Herr K`ttner, damals gesagt hatte: wenn Regenwald-Dokus mit wahnsinns-Vogelgezwitscher hinterlegt werden, dann entspricht das ganz und gar nicht den echten Gerauschen!), doch dann wird es lebendig, ein ohrenbetaubender Laerm setzt ein, vor dem man, w´re er k`nstlich so schnell wie m`glich weglaufen w`rde!!! Habe mich auf die Tricks, die mein lieber Vater zu studienzeiten anwandte besonnen, und mir zerkautes Klopapier in die Ohren gesteckt, um Abends einschlafen zu k´nnen :) Am Morgen war es dann f`r kurze Zeit wieder ganz still, bevor so ein komisches Saegewerk-Insekten-Viech anfing einen Motorsaegen- Laerm zu machen, wie man ihn sich nicht vorstellen kann!
Am Abend habe ich noch bis in die Nacht hinein mit den zwei jungen Parkwaertern Karten gespielt und ihnen "Schwimmen" beigebracht :))) War auf jeden fall mal wieder gut f`r mein Spanisch nach dem vielen Englisch hier in Loja :). Spaeter habe ich ihnen dann auf Nachfrage noch ein bischen Englisch beigebracht und sowas wie "Would you like to visit the waterfalls?" aufgeschrieben :)
Anschliessend war es jedenfalls so dunkel, dass mich einer der beiden begleiten musste. Ich h´tte den Weg (einige Minuten) durch den Wald beim besten Willen nicht finden koennen. Auch habe ich noch nie eine so extreme (und echte) Dunkelheit erlebt! In Afrika hatten wir ja auch kein Licht, aber da waren die Sterne, die einem etwas Licht spendeten. Im dichten Wald sieht man einfach garnichts! (War dann auch ganz gut so, weil ich auch von meiner von der Feuchtigkeit verschimmelten Matraze nicht mehr viel gesehen habe...
Am Morgen bin ich nat`rlich zeitig erwacht und habe die absolute Isoliertheit da mitten im Urwald mit nichts als Gr`n vor dem Fenster sehr genossen. Bin dann noch auf einen Aussichtspunkt, zu dem es ZIEMLICH steil hoch ging hoch geklettert. War gar nicht so ungef`hrlich: es ist nicht schwierig auf den vielen schuhgrossen Bl´ttern auszurutschen. W´hrend der Nacht hatte es `brigends wie wahnsinnig geregnet. Das alles war heute morgen! Kurz vor R`ckkehr ist mir dann noch eine mehr als 1m20 lange tiefgr`ne Schlange begegnet. Bin dann irgendwann weitergegangen, noch bevor sie weg war. Hatte keine Lust abzuwarten, bis sie vielleicht ihre defensive in eine offensive Haltung verwandelt...
^brigends gab es zu meiner `berraschung `berhaupt keine Moskitos!!!!!
Muss Schluss machen -time's up!

0 Comments:
Post a Comment
<< Home